Verbundglas auch für Seitenscheiben

Ein neuer "Trend" in der Verglasungstechnik macht bei den Automobilbauern die Runde.
Nachdem Mercedes zum ersten mal 1991 auf die Idee kam, Türscheiben bei der S-Klasse (Baureihe 140) mit doppelten Einscheibensicherheitsglas auszustatten, hatte Audi 1994 in Ihrem Flaggschiff, dem A8 die ersten Türscheiben aus Verbundglas verbaut. Die Variante der Türscheibe aus doppelten Einscheibensicherheitsglas hat sich bei Mercedes nicht dauerhaft durchgesetzt. Bei dem aktuellen S-Klasse Modell, der 220'er Baureihe kommt sie nicht mehr zum Einsatz. Ihr Nachteil war das enorme Mehrgewicht und die im Vergleich sehr hohen Produktionskosten. Eine Türscheibe für die 140'er S-Klasse kostet mit 750 DM soviel wie die Windschutzscheibe für einen Mittelklassewagen!
Für den Besitzer eines solchen Fahrzeuges hatte Sie aber auch Vorteile. Durch das doppelte Einscheibensicherheitsglas war es im Fahrzeuginnenraum so ruhig, daß man nie durch eine unangenehme Geräuschkulisse gestört wurde. Ja selbst ein Krankenwagen konnte einen nicht aus der Ruhe bringen, denn man hörte das eingeschaltete Martinshorn erst, wenn der Krankenwagen bereits dicht hinter einem im Rückspiegel des eigenen Fahrzeuges gut sichtbar wurde und man den Fahrer des Krankenwagens heftig gestikulierend wahrnahm. Auch muß der Gesichtsausdruck eines Einbrechers, der in den Innenraum einer solchen S-Klasse eindringen wollte, mehr als verdutzt gewesen sein. Denn nachdem er die erste Scheibe einschlug, versperrte Ihm eine zweite immer noch den Weg in das Fahrzeuginnere. Wir persönlich haben in den Jahren die Erfahrung gemacht, daß dieser Effekt ein weiteres handeln ausschließ. Bei Kundenfahrzeugen war fast immer nur die äußere Scheibe eingeschlagen, für die zweite Scheibe waren die Einbrecher vermutlich zu perplex.

Aber was bringt eigentlich Verbundglas in den Seitenscheiben. Bei Volvo weist man mit Stolz darauf hin, dass die schwedische Marke bereits 1944 das Modell PV544 mit einer Frontscheibe aus Verbundglas ausgerüstet hatte.

Aktuell werden auf Wunsch die Modelle S 60, S 80, V 70 und Cross Country auch mit Seitenscheiben aus Verbundglas ausgerüstet. Auch bei Audi, kann man bei den Modellen der A6 Baureihe Seitenscheiben aus Verbundglas optional bestellen. Bei Verbundglas wird zwischen zwei Glasscheiben eine Kunststofffolie eingebettet. Diese Polyvinyl-Butyral-Folie verhindert den Zerfall der Scheibe bei einem Aufprall - das Material bekommt lediglich Sprünge und bleibt formstabil.

Die Vorteile von Seitenscheiben aus Verbundglas: Die Gefahr, dass Insassen bei Unfällen aus dem Auto geschleudert werden, sinkt drastisch und Dieben wird das Eindringen ins Auto erschwert. Zudem verringert die Folie den Straßenlärm im Auto und 95 Prozent der ultravioletten Strahlung des Sonnenlichts werden gefiltert.

Die Nachteile von Seitenscheiben aus Verbundglas: Was passiert, wenn jemand in einem Unfallfahrzeug eingeklemmt ist? Das wird von den Fahrzeugherstellern nicht verraten und erst garnicht erwähnt. Denn nicht nur dem Einbrecher wird der Zugriff in den Innenraum des Fahrzeuges erschwert, nein auch den Rettungskräften.
Diese schlagen nämlich normalerweise die Scheiben aus Einscheibensicherheitsglas ein um verunglückte Personen aus dem Fahrzeug zu bergen, wenn die Türen sich nicht mehr öffnen lassen. Im Gegensatz zum Einbrecher können Sie aber nicht mit aller Gewalt die Scheiben im Notfall zerstören, denn die verunglückte Person soll ja geborgen und nicht noch zusätzlich verletzt werden. Auf jeden Fall geht im Ernstfall kostbare Zeit verloren, denn Verbundglas gibt den Weg nicht so schnell frei wie Einscheibensicherheitsglas.


Und noch ein kleiner Tip: Den sogenannten "Nothammer" benötigen Sie bei Seitenscheiben aus Verbundglas nicht mehr. Mit diesem Hämmerchen hackt man höchstens nette Muster in das Verbundglas, aus dem Türrahmen entfernen läßt sie sich dadurch noch lange nicht. Legen Sie sich lieber einen Fäustling-Hammer (500gr.) ins Auto, damit haben Sie bessere Chancen!

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